„Die Verurteilung bedeutet nicht, dass rechtsextremer Terror in Deutschland gestoppt ist. Im Gegenteil, zahlreiche Unterstützer des NSU sind weiter aktiv und begehen Straftaten,“ so bewertet Franz Knoppe das Urteil, Projektleiter des Theatertreffens Unentdeckte Nachbarn und der Künstlergruppe Grass Lifter.

„Das Urteil ist lediglich Teil eines Offenen Prozesses, an dessen Ende die umfassende Aufklärung, die Strafverfolgung aller Verantwortlichen, die Entschädigung der Betroffenen und die Garantie der Nicht-Wiederholung stehen muss. Das heutige Urteil darf nicht das Ende der Prozesse um die Aufarbeitung der NSU-Verbrechen sein. Dafür braucht es weitere gerichtliche Prozesse, eine unabhängige Fact-Finding-Kommission außerhalb der parlamentarischen Untersuchungsausschüsse, umfassende Reformen in Verfassungsschutz, Polizei, Justiz, Jugendsozialarbeit und eine aktive Erinnerungskultur und gesamtgesellschaftliche Begleitung der Aufarbeitungsprozesse“, betont Jane Viola Felber (Fachberaterin für Erinnerungskultur des ASA-FF e.V.). Deshalb haben wir die Website www.offener-prozess.de ins Leben gerufen, die von zahlreichen Initiativen unterstützt wird.

Am Vortag und Tag der Urteilsverkündung, am 10. und 11. Juli, markieren Initiativen aus der Region das Ende des NSU-Prozesses als Offenen Prozess. In der gesamten Region werden Symbole gesetzt, welche die Verortung der NSU-Verbrechen in Form von Wohnorten, Raubüberfällen oder Unterstützungsstrukturen in der Region sichtbar machen und auch die Betroffenen und Opfer der NSU-Verbrechen in den Blick nehmen. Die Markierungen verweisen auf die Webseite www.offener-prozess.de, welche Informationen und Initiativen rund um die Aufarbeitung der NSU-Verbrechen mit Fokus auf Südwestsachsen bündelt. Die Webseite wurde am 10.7. veröffentlicht.

Hintergrund

Der ASA-FF e.V. hat das mit mehreren Preisen ausgezeichnete Theatertreffen „Unentdeckte Nachbarn“ zum 5. Jahrestag der Aufdeckung der NSU-Verbrechen in Chemnitz organisiert und ist der Trägerverein der Künstlergruppe Grass Lifter, die mit mehreren Kunstaktionen in der Region darauf aufmerksam gemacht haben, „kein Gras über die Verbrechen des NSU wachsen zu lassen“.

Pressekontakt

AnsprechpartnerInnen Chemnitz

Franz Knoppe, Jane Viola Felber

E-Mail: franz.knoppe@asa-ff.de, jane.felber@asa-ff.de

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